Sabine Wild Fotografie | Anne Karen Hentschel Skulptur

Vernissage Wild / Hentschel April 2016

Für die Berliner Fotokünstlerin Sabine Wild ist keine Megacity zu groß und kein Kontinent zu fern. Ihre Bilder entdecken aber unter der Oberfläche des Immergleichen stets Neues und Überraschendes. Ihre fotografische Bildsprache ist unverwechselbar, weil der Blick des Betrachters sowohl auf Bekanntes wie auf verborgene Zwischenzonen des Wirklichen gelenkt wird.

 

Die Skulpturen der in Bremen lebenden Bildhauerin Anne Karen Hentschel schweben, schwimmen, fallen, tanzen im Raum – ebenso originelle wie plastisch gekonnte Versuche, die Schwerkraft aufzuheben und die menschliche Gestalt neu zu interpretieren.

 

Aus der Eröffnungsrede von Rainer Ehrt:

 

Es ist immer noch das schreibende, erzählende, Körper und Raum umspielende Licht, welches auf den glücklichen Augenblick, den in diesem Moment einzig wahrhaftigen Blick der Fotografin wartet. Sabine Wild hat nach Germanistik, Linguistik und Spanischstudien in Berlin die legendäre Ostkreuzschule für Fotografie absolviert und ist seit 2003 als freie Fotografin international tätig. Dies ist auch an der Werkauswahl ablesbar, welche sie uns hier im Landarbeiterhaus präsentiert: Die labyrinthische Anonymität und babylonischen Stadtwucherungen Asiens und Nordamerikas, aber auch anrührende ländliche stills einer Vietnamreise, aus welchen statt der hektischen dünnen Hochhausluft der Metropolen der tropische Atem einer fernen Kultur weht, die auf andere Weise urban ist als unsere.

 

Sabine Wild beherrscht aber auch die Zurücknahme in strengem Schwarzweiß – mit der großformatigen Arbeit „ private1“ werden alle multispektralen Farbgewitter, zu denen sie fähig ist, zurückgefahren auf den Urgrund aller Fotokunst, ob aus Silberionen, Pixeln, Bits, Papier, Gelatine oder komplexen Polymeren bestehend: Dem sensiblen Erzählen mit Licht und Schatten.

 

Dies tut – mit plastischen Mitteln – auch Anne Karen Hentschel. Sie hat an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle Bildhauerei studiert. In der Ausstellung bewegen sich schwimmende und fliegende Frauengestalten von großer Eleganz und Dynamik – monumental und groß gesehen auch noch in miniaturhafter Verkleinerung. Es sind eigentlich vollendete Traumformeln. Neben Bronze verwendet Anne Karen Hentschel Kunststoffe und Gußmassen auf Acrylbasis, die eine warme, seidige Materialität ausstrahlen und einen großen Reichtum an feinen, pastellenen Weißtönen und Schatten spenden, welche sich je nach Beleuchtung und vielleicht sogar je nach Stimmung des Betrachters verändern.

Ausstellungsfotos: Corinne Holthuizen-Habermann



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