Caravaggio

Derek Jarman verfilmt 1986 das Leben des ersten großen Malers des italienischen Frühbarock: Michelangelo Merisi, der sich nach seinem Geburtsort Caravaggio nennt. Die Handlung ist ein raffiniertes Konstrukt aus durch Quellen gesicherten Ereignissen, biografischen Fakten, Mutmaßungen, Legenden und reiner Fiktion. Jarman verknüpft diese Elemente zu einer atmosphärisch dichten und plausiblen Geschichte ohne Anspruch auf historische Wahrheit.
In Form einer experimentellen Annäherung beleuchtet der bedeutende britische Filmemacher vor allem den Aspekt eines Künstlers, der zwischen der Welt seiner Förderer und Gönner und jener seiner mittellosen Modelle hin- und hergerissen ist, letztlich in allen sozialen Sphären zum Außenseiter wird und am Ende einer ungewollt durch ihn ausgelösten Intrige zum Opfer fällt. Die filmische Biografie des Malers, den Jarman bewusst in die Nähe Pasolinis oder Genets rückt, erzählt mindestens genauso viel über den Künstler Derek Jarhttp://www.bruecke-kleinmachnow.de/wp-content/uploads/2017/05/Caravaggio17.pdfman (der selbst Malerei studiert hat) wie über den Barock-Maler: Beide haben zu Lebzeiten mit ihrem künstlerischen Werk sowohl großen Einfluss ausgeübt, als auch für Aufregung gesorgt. Nicht wenige Zeitgenossen nahmen an der kontroversen Ausstrahlung der Werke und an der ständigen Provokation der moralischen Sitten des Entstehungskontextes Anstoß.

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